Hund

Ein Tierschutzhund kommt nach Hause

Informationen für die erste Zeit

Ein Tierschutzhund kommt nach Hause – Informationen für die erste Zeit


Zunächst einmal DANKE, dass Sie einem Tierschutzhund (vorübergehend oder für immer) ein Zuhause geben!
Damit alles gut läuft, habe ich hier die wichtigsten Informationen zusammengestellt, die Ihnen und Ihrem Hund die erste Zeit erleichtern können.

1. Allgemeine Informationen – Das gemeinsame Leben

1.1 Ankunft in Deutschland


Kommt der Hund mit einem Tier-Transport (LKW) an und wird von Ihnen am Ankunftsplatz abgeholt, muss hier schon dafür gesorgt werden, dass der Hund nicht wegläuft. Für viele Hunde sind die neuen Eindrücke fremd und es kann passieren, dass sie in Panik die Flucht ergreifen.
Bringen Sie zur Abholung daher eine feste Leine mit und sorgen Sie unbedingt dafür, dass der Hund immer angeleint ist.
Halsbänder erscheinen zwar praktisch, aber Hunde können sich gut aus ihnen herauswinden, gerade in Panik. Benutzen Sie daher bitte ein Sicherheitsgeschirr (siehe Foto). Durch das Sicherheitsgeschirr kann der Hund nicht entschlüpfen, außerdem ist für ihn ein Geschirr körperlich bequemer, wenn er sich erst einmal daran gewöhnt hat.
Einige Organisationen geben den Hunden passende Geschirre mit – fragen Sie ruhig danach, ob Sie das Geschirr behalten dürfen. Alternativ können Sie in einem der großen Hundebedarfs-Märkte eine Auswahl an Geschirren mitnehmen und vor Ort das passende Geschirr für Ihren Vierbeiner auswählen. Die bekannten Tierbedarfsmärkte nehmen nicht benötigte Geschirre mit Rechnung wieder zurück, wenn sie nicht benutzt wurden.

  1. Der erste Kontakt

Der Hund ist endlich angekommen – Zeit, sich zu beschnuppern! Der erste Kontakt ist für beide Seiten eine Premiere. Auch wenn Sie den netten Vierbeiner vielleicht am liebsten gleich knuddeln würden – achten Sie auf die Reaktion des Hundes. Wie verhält er sich? Versucht er sich zu entziehen, indem er wegblickt? Leckt er sich gestresst über’s Maul? Ist er ängstlich – oder freut er sich über menschliche Zuwendung? Es kann sein, dass der Hund Zeit braucht, dass er sehr müde von der Reise ist. Es kann sein, dass er Ihnen signalisiert, dass er Sie erst kennenlernen will. Stellen Sie sich sensibel auf den Hund ein: Gehen Sie auf seine Höhe. Halten Sie ihm die Hand zum Beschnuppern hin. Seien Sie am Anfang zurückhaltend darin, den Hund am Kopf zu streicheln, sich über ihn zu beugen oder ihm direkt in die Augen zu blicken. Sprechen sie in eher ruhigem Ton und freundlich mit ihm. Und sollte alles nicht gleich perfekt laufen: Sie Beide haben ab jetzt viel Zeit, sich kennenzulernen.

  1. Kind und Hund in der Familie

Haben Sie Kinder? Haben Sie sich schon Gedanken gemacht, wie das ablaufen soll, Kind und Hund unter einem Dach?
Eines ist klar: Wenn Ihr Kind schon alt genug ist, um kleine Verantwortungen zu übernehmen, dann wird es diese jetzt täglich üben können. Es ist im Grunde nicht schwer, das Grundprinzip lautet wie so oft: „Was du nicht willst, das man dir tu, das füg auch deinem Hund nicht zu“.
Das beginnt beim Zufügen von Schmerzen, geht über das Stören beim Fressen bis hin zum Erschrecken durch Gegenstände.

Auch hier gilt: Es kann nicht gleich alles perfekt sein! Eine Verantwortung kann nicht von heute auf morgen übernommen werden und auch Ihre Kinder brauchen Zeit, sich an die neue Situation zu gewöhnen. Und angenehme Dinge, die man gemeinsam machen kann, schweißen zusammen.
Oft reicht es, rudeltypisch einfach beieinander zu liegen, oder vielleicht eine zweite Leine anzuhängen, die Ihr Sohn/Ihre Tochter halten darf neben Ihnen. Doch egal, was gemacht wird: Bitte haben Sie stets ein Auge auf das neue „Team“ Kind/Hund, gerade am Anfang!
Bei älteren Kindern kann gemeinsam auch vom Hund gelernt werden: Was „sagt“ mir der Hund mit seiner Körpersprache? Woran erkenne ich, dass er etwas will/nicht will? Sie werden es vielleicht bald schon erleben, dass ein Hund nicht nur ein Begleiter, sondern ein Bindeglied in der Familie wird.

  1. Unterwegs mit Hund


In den ersten Wochen (Minimum 6 Wochen) muss der bei Ihnen angekommene Hund an der Leine geführt werden. Denken Sie daran: Ein plötzlich auftretendes Geräusch oä kann einen Hund derart erschrecken, dass er unter Umständen mit Panik davonläuft. In der Panik jedoch verliert der Hund die Orientierung. Um das zu verhindern, sollten Sie den Hund mit Sicherheitsgeschirr versehen (siehe 1.1) und angeleint lassen.

Achtung: In manchen Gemeinden/Städten ist, je nach Vorschriften, ggf. eine Kurzleine/Kurzführer und teilweise auch ein Maulkorb in den öffentlichen Verkehrsmitteln vorgeschrieben. Erkundigen Sie sich vorab über die bei Ihnen geltenden Vorschriften, da diese sehr unterschiedlich sein können!

1.5 Das Hundekörbchen/der Schlafplatz

Viele Besitzer erwarten schon mit Vorfreude ihren Hund und wollen ihm ein möglichst gemütliches Zuhause bieten – und das ist auch gut so!
Seien Sie nicht enttäuscht, wenn der Hund aber den vorgesehenen Platz für das Körbchen (oder sogar das Körbchen selbst) nicht annimmt. Das ist keine „Absicht“; Ihr Hund kennt solchen Luxus einfach noch nicht oder der Platz ist einfach nicht der richtige. Gerade am Anfang reicht oft eine Decke, die im Idealfall den Geruch von Ihnen/Ihrer Familie trägt. Den Ort zum Schlafen wird sich der Hund gern selbst aussuchen – und vielleicht nachts auch mehrmals wechseln. Machen Sie es dem Hund möglich, sich seinen Platz selbst zu suchen, soweit das geht.
Wenn Ihr Hund sich schließlich an die Vorzüge eines Körbchens gewöhnt hat: Achten Sie bitte auf die Verarbeitung! Das Material sollte stabil genug sein, die Nähte fest genug genäht, um einen sich wälzenden oder auch mal am Körbchen nagenden Hund aushalten zu können. Zu bevorzugen sind als Füllung feste Schaumstoffpolster, da Schaumstoff-Flocken bei einem Schaden der Hülle leicht in den Rachen des Hundes gelangen können. Oder Sie greifen auf den guten alten Weidenkorb zurück, der, mit Decken gepolstert, einen schönen und gut zu reinigenden Platz ergibt.

Rund um den Napf

Der Hund, der zu Ihnen kommt, kannte bisher in seinem Leben in den seltensten Fällen hochwertiges Futter, wie wir es hierzulande zu kaufen bekommen.
Die Hunde in anderen Ländern werden oft mit Trockenfuttern, oft auch mit Resten von Lebensmitteln (Brot, Fleischabfälle usw.) gefüttert.
Bekommen diese Hunde nun sehr hochwertiges Futter in ihren Pflege- oder Endstellen, kann dieses oft gar nicht „verstoffwechselt“ werden, der Magen-/Darmtrakt ist damit regelrecht überfordert. Dies führt oftmals zu Durchfall/Bauchschmerzen und kann sogar Gewichtsabnahme verursachen.
Um das zu verhindern, füttern Sie am Anfang, für mindestens 3-4 Wochen, ruhig einfaches Trockenfutter. Mit ein wenig Wasser gemischt, können Sie zugleich den Flüssigkeitshaushalt Ihres Hundes positiv beeinflussen. Nach und nach kann dieses einfache Trockenfutter ersetzt werden durch hochwertigere Möglichkeiten der Fütterung. Auch eine Darmsanierung kann dabei unterstützen, den Organismus umzustellen. Wenn Sie damit noch keine Erfahrungen haben, nehmen Sie bitte Kontakt mit einer kundigen Person auf oder lassen Sie sich von Ihrem Tierarzt bzw. Ihrer Tierärztin beraten.
Näpfe eignen sich besonders gut, wenn sie eine rutschfeste „Sohle“ haben und stabil genug sind, um nicht gleich umzukippen. In einem zweiten Napf, groß genug, sollte IMMER sauberes Wasser für den Hund bereitstehen.

1.7 Stubenreinheit

Natürlich ist es Ziel eines jeden Hundebesitzers, den Hund früher oder später stubenrein zu bekommen. Das kann jedoch dauern. Bedenken Sie: Der Hund, der zu Ihnen kommt, hat sein Leben vielleicht bisher im Freien verbracht, oder er lebte auf einem Hof, durfte aber nicht ins Haus. Oder Ihr Hund ist einfach viel zu aufgeregt im Freien und kann sich erst in der Ruhe zu Hause „lösen“… Kurzum: Ihr neuer Mitbewohner muss erst langsam begreifen, dass Haus/Wohnung nicht der Ort für „Geschäfte“ sind. Lassen Sie dem Hund Zeit dabei. Lautes Ausschimpfen, mit der Nase in die Hundepfütze stupsen oder sonstwie Bestrafen wird den Lernprozess nicht beschleunigen. Im Gegenteil. Stress blockiert das natürliche Verhalten und kann u. U. sogar Stubenunreinheit verstärken.
Wenn es gar nicht klappen will, nehmen Sie ruhig Kontakt auf zu einer kundigen Person oder Hundeschule.

Sind bereits Hunde im Haus/Wohnung, ist das ideal! An ihrem Vorbild wird Ihr Hund am einfachsten lernen, was sich „gehört“ und was nicht.

  1. Training und Erziehung

Ja, es ist beeindruckend, welch tolle Tricks mancher Hund auf den Spielwiesen oder im Bekanntenkreis kann. Oder wie brav einige Hunde an der Leine gehen können. Vielleicht möchten Sie auch gerne, dass Ihr neuer Begleiter das kann. Und versprochen, im Laufe der Zeit bei Ihnen wird er einiges dazulernen.
Eine Bitte jedoch: Setzen Sie dem Hund (und sich selbst!) die Ziele niedrig an. Es ist toll, wenn Ihr Hund sich über die Schwelle der Haustür traut. Er fährt entspannt im Auto mit? Super! Und lässt sich mit der Zeit das Geschirr ohne Angst umlegen! Gratulation! Feiern Sie diese „kleinen“ Fortschritte, loben Sie ruhig ausgiebig.
Sie wollten mit Leckerlis erziehen – der Hund reagiert aber nicht auf Leckerlis? Das kann sein. Ihr Hund kennt es vielleicht einfach nicht – oder reagiert auf andere Komplimente. Finden Sie es in Ruhe heraus.

Sie kennen es aus dem Urlaub oder wenn Sie etwas Unbekanntes erleben: Alles, was neu ist, braucht Zeit zur Verarbeitung. Das Gehirn muss die Eindrücke erst sortieren und einordnen, ob Geräusche, Gerüche oder der Umgang mit Personen. Ihrem frisch angekommenen Hund geht es ähnlich: Wem kann man vertrauen? Wohin führt der Gassiweg? Welche Geräusche bedeuten was? Die Welt um ihn herum ist voll von Neuem – und schließlich ist in den meisten Fällen noch ein langer Transport zu verarbeiten. Ihr Hund wird die ersten Tage vielleicht erst einmal schlafen und taut dann erst langsam auf. Und dann gilt es alles schrittweise zu entdecken.
Hier ist eines das A und O: Ruhe und Geduld.

Lassen Sie dem Hund Zeit. Lassen Sie z.B. die Gassigänge schrittweise länger werden. Am Anfang reichen z.B. kurze „Besuche“ im Garten/Balkon oder vor die Tür. Beobachten Sie den Hund: Reagiert er sehr ängstlich? Dann machen Sie noch langsamer. Ermutigen Sie ihn zugleich sanft, die Welt zu entdecken.

Ähnlich der Entwicklung von Kleinkindern verläuft auch hier manches in Phasen. Manches braucht einfach eine gewisse Zeit, bis es der Hund „kann“. Seien Sie ihm ein zuverlässiger Begleiter. Gewöhnen Sie ihn langsam an Dinge, z.B. beginnen Sie mit 5 Minuten, wenn Sie das Alleinsein üben, steigern Sie diese Zeit dann kontinuierlich.
Und auch hier gilt: Bleiben Sie ruhig, wenn etwas nicht gleich klappt. Lautes Schreien, körperliche Strafen usw. verursacht Stress. Stress jedoch blockiert das Gehirn und verhindert Lernerfolge.

Erziehungsmittel wie Stachelhalsbänder, Wurf-Discs usw. gehören der „alten Schule“ an und es ist, auch nach neuesten Erkenntnissen der Tierpsychologie, von ihnen abzuraten. Außerdem verstoßen viele dieser Methoden gegen den Tierschutz.

  1. Rechte und Pflichten von HundehalterInnen

Nicht jede/r mag Hunde. Eine einfache Erkenntnis, die manche Schwierigkeit mit sich bringt. Hier ist Ihr Fingerspitzengefühl gefragt: Was ist „erlaubt“ (z.B. Ruhezeiten im Wohngebiet, Freilauf usw.)? Wo endet die Toleranz der Nachbarn/Gemeinde? Wo können Sie auf Ihren Rechten als HundehalterIn bestehen?
Erkundigen Sie sich am besten vor der Übernahme des Hundes über geltende Regelungen. Informiert können Sie am besten für Ihre Rechte einstehen und auch unnötigen Ärger vermeiden. In manchen Bundesländern ist der sog. „Hundeführerschein“ eingeführt worden und muss von HundehalterInnen absolviert und vorgelegt werden. Der Hundeführerschein gibt HalterInnen eine Orientierung über Rechte/Pflichten in Theorie und Praxis. Wenn der Hundeführerschein in Ihrer Gemeinde nicht erforderlich ist, können Sie ihn zum Erlernen von Basiswissen trotzdem mitmachen. Einige Gemeinden erlassen bei Vorlage des Hundeführerscheins die Hundesteuer für 1 Jahr.

Kurz zusammengefasst:
– Der Hund braucht von Anfang an ein gut sitzendes Sicherheitsgeschirr und eine feste Leine. Der Hund muss die ersten Wochen gesichert werden.
– Gehen Sie beim ersten Kontakt vorsichtig auf den Hund zu. Manches Kennenlernen braucht Zeit. Informieren Sie sich vorab über die Stresssignale von Hunden, um Konfliktsituationen zu vermeiden.
– Binden Sie Ihr Kind bzw. Ihre Kinder von Anfang an schrittweise mit ein. Der Hund ist auch für sie ein neues Familienmitglied, das Verantwortung bedeutet.
– Zum Schlafen genügt am Anfang eine Decke. Den Liegeplatz sucht sich der Hund am liebsten selbst aus.
– Ein rutschfester Napf ist sinnvoll. Frisches Wasser muss immer bereitstehen.
– Es kann dauern, bis der Hund stubenrein ist. Begegnen sie ihm mit Ruhe und Geduld.
– Für eine vertrauensvolle Basis braucht der Hund eine positive Erziehung. Dazu gehört Loben, Lernen in kleinen Schritten und vor allem viel Herz und Geduld.

  • Informieren Sie sich bereits vor der Ankunft des Hundes über die in Ihrer Gemeinde geltenden Vorschriften/Rechte für HundehalterInnen.

2. Hilfreiches rund um den Hund


2.1 Netzwerke:

– Für den Austausch mit anderen HundebesitzerInnen und/oder Tipps rund um den Hund gibt es eine Menge an Netzwerken. Gerade in den sog. „Social Media“-Netzwerken werden sich schnell Gleichgesinnte finden:
z.B. facebook: Hundegruppen für Ihre Region – Hundegruppen speziell für Tierschutzhunde – Hundegruppen für Senioren-Hunde… die Liste ist schier endlos
– „Spaziergang-Gruppen“: Einige Hundeschulen oder TrainerInnen bieten Hundespaziergänge an. Wer gern in der Gruppe unterwegs ist, findet hier ein Gruppenerlebnis im „geschützten Rahmen“: Geführte Spaziergang-Gruppen sind von Trainer/Trainerin begleitet und Schwierigkeiten werden vor Ort besprochen; auch wird auf die Zusammensetzung der Gruppe geachtet.
– Themenabende: Einige Hundeschulen bieten Info-Abende zu bestimmten Themen an, z.B. „Die Sprache der Hunde“ , „Beschäftigungen für den Hund“ u.a. Diese Abende sind meistens preislich gut erschwinglich und bieten geballtes Wissen zu einem bestimmten Thema. Fragen Sie, ob der Hund dabei sein kann/soll oder nicht.

  • Wenden Sie sich gerne auch an den Verein, mit dem der Hund nach Deutschland gekommen ist! Die VermittlerInnen verfügen in der Regel über ein breites Wissen, gerade im Bereich „Tierschutzhunde aus dem Ausland“.


  1. Literatur:

Zum Beispiel:
– Bloch/Radinger: Wölfisch für Hundehalter. Von Alpha, Dominanz und anderen populären Irrtümern.

– Rütter: Angst bei Hunden. Unsicherheiten erkennen und verstehen, Vertrauen aufbauen.

– Tomulla: Hier kommt WUFF! Was nun? Was tun?
– Windisch: Mit Hunden sein.

Das ist natürlich nur eine absolut reduzierte Auswahl! Es gibt eine schier unendliche Zahl an Büchern zu/über Hunde. Am besten, Sie stöbern ein wenig, auch außerhalb der bekannten Empfehlungen, und schauen, was zu Ihnen passt.

2.3 Hundeschulen:


In jeder Region gibt es eine Vielzahl an Hundeschulen. Bevor Sie einen festen Vertrag über mehrere Stunden ausmachen: Holen Sie Informationen ein. Gefällt Ihnen das Angebot der Hundeschule? Werden die Bedürfnisse auch von Tierschutzhunden angesprochen? Können Sie mit der Trainingsmethode der Trainerin/des Trainers etwas anfangen?


2.4 Suchbegriffe/Videos online


– Hundesprache : Es gibt, auf YouTube oder auch auf Facebook, Videos, die das Verhalten der Hunde zeigen. Im Idealfall werden diese Videos auch von Fachleuten oder erfahrenen HundebesitzerInnen kommentiert und erklärt. Diese Videos sind zu empfehlen, weil sie es uns „langsamen“ Menschen möglich machen, diese teilweise sehr schnell erfolgende Hundesprache schrittweise anzuschauen und zu erlernen.
Es gibt in Hundeschulen auch eigene Übungs-Stunden mit Analyse dieser Videos. Sehr interessant – und kann manche Stress-Situation und manchen Konflikt unter Hunden vermeiden helfen.
– Rassebeschreibungen: Ein wenig über den Charakter Ihres Hundes können Sie über Rassebeschreibungen herausfinden. Allerdings ist das nur eine Grobumschreibung; die Summe der Erfahrungen, die jeder Hund individuell gemacht hat, prägt ihn natürlich und kann nicht allein über die Rasse erklärt werden.

Kurz zusammengefasst:– Sie sind mit der neuen Situation nicht allein. Wenn Sie sich mit Anderen austauschen oder etwas Neues lernen wollen, gibt es viele Netzwerke. Auf den Internetangeboten der Sozialen Medien, bei Hunde-Spazierganggruppen oder auf Themenabenden in Hundeschulen ua lernen Sie schnell andere HundehalterInnen kennen. Vielleicht wird die eine oder andere Hundefreundschaft daraus entstehen.

Inzwischen gibt es eine riesige Menge an Büchern über Hunde. Über das Hundeverhalten bis hin zur Gesundheit von Hunden werden Sie bestimmt das für Sie Richtige finden.
– Wer konkrete Tipps sucht oder Neues erfahren möchte, ist bei Hundeschulen gut aufgehoben. Machen Sie sich kundig, ob die Methode der Hundeschule Ihnen liegt, bevor sie einen festen Vertrag abschließen.
– Ein Vorteil des Internets sind Hundevideos mit Lerninhalten. Hier können Sie in Ruhe einiges über Hunde lernen.

  1. Tierarzt, Behörden & Co

3.1 TierärztInnen & Co.

Bei gesundheitlichen Problemen gibt es verschiedene Möglichkeiten. Bei Pflegestellen ist mit dem Verein zu klären, welche Kosten übernommen werden, das ist VOR einer Behandlung abzusprechen.

Ist z.B. das Autofahren für einen Hund schier unerträglich, kann ein/e Tierärztin ins Haus kommen, mit einer sog. „mobilen Kleintierpraxis“. Das ist auch dann empfehlenswert, wenn man selbst keine Möglichkeit hat, sein Tier in eine Praxis zu bringen. Die Bezahlung folgt sofort und teilweise auch über Rechnung.


Gesundheitliche Probleme können auch in einer Kleintierpraxis behandelt werden. Manche dieser Praxen verfügen über einen kleinen OP-Saal und führen kleinere Operationen selbst durch. Wer es gerne persönlicher mag und gern z.B .zu immer demselben Arzt geht, ist hier gut aufgehoben. Rechnungen müssen direkt nach der Behandlung bezahlt werden; ggf kann eine Ausnahme gemacht werden, das ist vorher abzusprechen!

Tierkliniken haben den Vorteil, dass auch größere Behandlungen/Operationen durchgeführt werden können und für die einzelnen Fachgebiete spezielle Ärzte/innen zuständig sind. Nachteil ist, dass es sich hier oft um große „Betriebe“ mit teilweise wechselnden ÄrztInnen handelt. Bezahlt wird sofort oder, nach Absprache, auch in Raten.



3.2 OP- und Krankenversicherungen für Hunde:

Für medizinische Behandlungen können Versicherungen abgeschlossen werden:
a) OP-Versicherung: Greift bei allem, was eine OP braucht. Achtung. Zahnbehandlungen sind evtl NICHT abgedeckt! Manche Behandlungen werden von der Versicherung nicht bezahlt – das steht in den Verträgen. Achten Sie auf das Kleingedruckte!
b) Krankenversicherung: Der umfassende Versicherungsschutz bei allen gängigen Behandlungen im Krankheitsfall. Siehe auch OP-Versicherungen: Achten Sie auf das Kleingedruckte!

c) In einigen Städten/Landkreisen gibt es Einrichtungen wie z.B. die „Tierrettung“: Für einen relativ geringen Jahresbeitrag ist die Tierrettung bei Notfällen sofort zur Stelle mit einem speziell ausgerüsteten Notfall-Tierkrankenwagen. Bis zu einer gewissen Summe sind die Behandlungen miteingeschlossen.

  1. Registrierung des Hundes bei Suchdiensten

  • Ist der Hund schon bei TASSO registriert? Jeder Hund, der in Deutschland ankommt, hat einen Chip und eine Chipnummer. Dieser Chip wird unter die Haut implantiert. Wenn der Hund weglaufen sollte und gefunden wird, kann die Polizei/Tierheim/TierärztInnen über den Chip die Adresse der Halter herausfinden

  • Zusätzlich gibt es die Möglichkeit, den Hund bei FINDEFIX, dem Registrierungssystem des Tierschutzbundes, anzumelden. Das empfiehlt sich – und ist kostenlos.
  1. Hundesteuer, Haftpflichtversicherung


– Wenn Sie den Hund für immer zu sich nehmen, müssen Sie ihn bei Ihrer Stadt/Gemeinde anmelden. Sie sind verpflichtet, Hundesteuer zu bezahlen. Diese ist je nach Stadt/Gemeinde unterschiedlich hoch. Ihr Hund erhält dann eine Hundesteuermarke, die Sie bei Bedarf vorzeigen können müssen.

  • Schließen Sie für Ihren Hund am besten eine Haftpflichtversicherung ab. Es können Schäden entstehen, entweder privat oder auch im größeren Umfang, deren Kosten Sie dann an die Versicherung abtreten können. Oft ist die Haftpflichtversicherung Grundvoraussetzung für die Aufnahme in einer Hundeschule uä. Der Betrag für eine Hunde-Haftpflichtversicherung ist gering.
  • Regelungen für Hunde auf Pflegestelle bei Ihnen besprechen Sie unbedingt vorab mit dem jeweiligen vermittelnden Verein/Vorbesitzer, um im Fall eines Falles informiert zu sein.

Kurz zusammengefasst:
– Es gibt verschiedene Möglichkeiten, den Hund medizinisch zu versorgen. Finden Sie heraus, welche die passende Form ist.
– Wenn Sie auf Nummer Sicher gehen wollen, schließen Sie eine OP- oder Tierkrankenversicherung für den Hund ab. Vergleichen Sie verschiedene Angebote und achten Sie auf das Kleingedruckte dabei!
– Denken Sie an eine Haftpflichtversicherung für Ihren Hund, um für aufkommende Schäden haften zu können.

Melden Sie, wenn das nicht schon der Verein getan hat, den Hund bei den Suchdiensten TASSO und FINDEFIX an. Bei Verlust des Hundes helfen Ihnen diese Organisationen bei der Suche nach dem Tier. Dazu muss der Hund gechipt sein.
– Jeder in Deutschland lebende Hund muss Hundesteuer bezahlen.
– Erkundigen Sie sich beim vermittelnden Verein vorab über die Bedingungen für Steuer und Versicherungen für einen Hund, der bei Ihnen auf Pflege ist.


Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen haben, sich über den Einzug Ihres Hundes zu informieren!
Im Sinne Ihres neuen Mitbewohners sind Informationen gerade am Anfang hilfreich.

Bei alledem aber wollen wir nicht vergessen, was Sie bereits mitbringen: Herz und Bauchgefühl.
Beides wird Ihnen manchmal vielleicht die größte Hilfe sein, wenn es gilt, die neue Situation zu bewältigen – und zu genießen! Scheuen Sie sich bei Nachfragen bitte nicht, sich an uns oder andere entsprechende Info-Stellen zu wenden.


Viel Freude beim gegenseitigen Kennenlernen und eine gute gemeinsame Zeit zusammen mit Ihrem Hund!


©Text und Fotos: Heidi M. Zeilinger, München 2022

(die Copyrights für die Darstellung des Sicherheitsgeschirrs: Siehe Bildtext)